Review No.3:

Scratches (Director's Cut)





Erstmal bedanke ich mich bei VoiceoftheNorthwind für diesen Spieletipp. Ich war echt kurz davor, ein Let's Play zu diesem Spiel zu machen. Warum ich mich dagegen entschieden habe, könnt ihr hier lesen.

 Scratches erschien 2006 unter Got Game Entertainment und wurde von Nucleosys entwickelt. Die Director's Cut Version wurde 2007 veröffentlicht mit besserem Sound und besserer Grafik. Es gibt auf jeden Fall eine PC-Version, eine MAC-Version müsste meines Wissens nach auch erschienen sein. Scratches ist ein Point & Click Adventure und kann sowohl mit Maus als auch mit der Tastatur gesteuert werden. (Ich habe es nur mit der Maus gespielt.)
Als Systemvorraussetzungen wurde folgendes angegeben:

- PIII 1GHz CPU
- 256MB RAM
- 3-D-Karte
- Windows 98, 2000, ME, XP, Vista

Bei Amazon ist das Spiel im neuen Zustand für 7,48€ erhältlich - ich habe es mir von einer Freundin ausgeliehen.

Die Story: Der Schriftsteller Michael Arthate möchte in einem englischen Herrenhaus seinen zweiten Horror-Roman schreiben. Was er nicht weiß: der ehemalige Hausbesitzer James T. Blackwood tötete seine Frau in diesem Haus und starb an Herzversagen, ehe er vor Gericht gestellt werden konnte. Der Erbe des Hauses, ein angesehener Arzt, verschwand spurlos...

Wir kommen also bei dem wunderschönen Anwesen an, schauen uns in Ruhe um, verbringen zwei Nächte dort und lösen nach und nach das Geheimnis um den damaligen Mord.
 Im Anwesen gibt es keinen Strom, dennoch können wir, wann immer es uns beliebt, unseren Freund namens Jerry Carter anrufen. Er war derjenige, der das Anwesen an Michael vermittelte. Barbara Stiles können wir ebenfalls anrufen. Sie ist in gewisser Weise seine Assistentin und hilft Michael, wo es nur geht. Es ist ebenfalls möglich frei nach belieben andere Telefonnummern anzurufen.
Auf dem Dachboden des Anwesens liegt ein riesiger Haufen alter Zeitungen herum, mit dessen Hilfe wir über die Vergangenheit recherchieren können.


 Ich wäre von dem Spiel sehr begeistert gewesen, wäre nur eine kleine Sache anders gewesen und zwar die Umgebung. Die Entwickler haben das wirklich gut gemacht, es kommt eine unglaublich bedrückende und melancholische Stimmung beim Spieler auf, aber dennoch wirkt die Umgebung einfach nur tot. Man kann u.a. den Garten des Anwesens erkunden. Man kommt dann zu einem Baum und Michael sagt, dass die Äste sich im Wind wiegen. Die Sache ist, dass man das leider nicht sieht. Der Baum bleibt starr, am Himmer bewegt sich keine Wolke. Man hört, wie stark der Wind weht, zu sehen bekommt man es leider nicht und hätte man das gesehen, dann wäre ich auf jeden Fall so sehr von dem Spiel überzeugt gewesen, dass ich davon ein Let's Play gemacht hätte.
Alles andere im Spiel gefällt mir nämlich sehr gut. Wie ich schon sagte, ist die Atmosphäre trotz allem sehr melancholisch und wird zeitweise ziemlich gruselig. Die Musik unterstreicht das nur zu gut! Es gibt Stellen, wo mir ziemlich die Platzangst kam, was durch die andauernde Egoperspektive nur verstärkt wurde. An anderen Stellen wollte ich nur aus dem Fenster schauen, den Regen und den Garten anschauen und die Melancholie genießen, weil es so schön passte.

Es hat auch Spaß gemacht, mit den anderen Charakteren zu telefonieren. Bei den Telefonaten wurden ferner auch Synchronsprecher eingesetzt. Angeblich verlieh der Synchronsprecher von Johnny Depp seine Stimme Michael. Die Dialoge sind auf jeden Fall super rübergekommen.
 Die Rätsel waren zwar teilweise sehr langatmig und in gewisser Weise schwierig, weil sie einfach nur total banal waren. Man muss im Prinzip sich wie ein richtiger Mensch verhalten, um die Rätsel lösen zu können. Durch die teilweise "schweren" Rätsel dauert das Spiel sehr lange, was für  mich ebenfalls ein Punkt war, mich gegen das Let's Play zu entscheiden.
Das Spiel ist nicht sonderlich actionreich - es gilt vor allem, sehr viel zu entdecken und das empfand ich als sehr schön. Ferner setzt Scrachtes nicht auf Blut und Gewalt, sondern eher auf den psychologischen Horror.
In Resident Evil werden die Türen explizit geöffnet, bis man einen neuen Raum betreten kann. Man sagte mir, dass das zum Horror beitragen solle. Bei Resident Evil empfand ich das als langweilig, aber in diesem Spiel hat mir das ganz schön Angst gemacht. Insbesondere bei den Passagen, wo ich in der Nacht das Haus durchsucht habe.


Fazit:
Scratches ist ein sehr schönes Spiel, was jedoch eine Menge Geduld vom Spieler erwartet. Eben weil das Spiel ziemlich lange dauert und mir die Umgebung ein wenig zu "tot" war, habe ich mich gegen ein Let's Play entschieden.
 Dennoch kann ich es nur empfehlen. Es ist nicht teuer und es bringt einfach sehr viel Spaß - meiner Meinung nach. In meinen Augen ist Scrachtes das beste Point & Click Adventure, das ich bisher zu sehen bekommen habe. Ich hätte auch nicht gedacht, dass solch ein Spiel mir zeitweise solch eine Angst machen kann. Das Ende ist zwar ein wenig abrupt, aber im Unterszenario, welches nur beim Director's Cut enthalten ist, kann man allem nochmal genauer auf die Spur gehen. Schaut euch einfach mal den Trailer an und vielleicht kann sich ja manch einer für dieses Spiel begeistern.

 PS: Auf Amazon habe ich einige Rezensionen gelesen, wo die Leute sich über Spielabstürze und Bugs beschwert haben. Ich persönlich hatte keinerlei Probleme mit dem Spiel.





1 Kommentar:

  1. Mich würde ja mal interessieren auf welchem Betriebssystem du das Spiel damals gespielt hast.
    Alle die das Spiel interessiert sollten wissen, es ist nicht mit Windows 7 kompatibel (ist ja schon älter). Es gibt aber eine kleine Lösung: Mit dem Programm Notepad++ muss man die Datei "scream.cfg" öffnen und die RATE von 0 auf 60 ändern. Beim start des Spiels, bei dem schwarzen Bildschirm, einfach Esc drücken und alles funktioniert.

    Hab mich selber echt dumm und dämlich gesucht (im Netz), weil mir das Spiel jetzt auch schon seit Jahren von meinem Bruder empfohlen wurde und ich es jetzt endlich mal testen will.

    LG Blue

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