The Fiction We Live

Eises Kälte liegt über dem See
Verlorene Zeit
Mein Haar wird grau

Alleine sind wir mit dem Mond
Ach, wär' ich doch verliebt in dich
anstatt im Himmel


Kerzen... verschneite Fenster.

Und vor mir sehe ich es wieder... dieses Haus, sie kehrte so gerne wieder zurück. Draußen war es doch so kalt und grausam. Aber in diesem Haus, in ihrem Raum war es schön. Ein kleiner Raum, nur Platz für das kuschelige Bett, den kleinen Schrank und einen Schreibtisch. Bunte Bilder und ein Regal an den Wänden. Viele kleine bunte Lichter.
So warm, behaglich... sicher.
Diese Sicherheit vor der Welt.
„Komm, spiel mit uns.”, sagte ihr eine warme Stimme. Eine Stimme aus längst vergangener Zeit.
Die Wohnstube, liebevoll eingerichtet und mit Leben erfüllt. Sie blickt in ein lächelndes Gesicht. Ein Lächeln aus längst vergangener Zeit. Eine Melodie in D-Dur, so fröhlich, dass sie zu tanzen beginnt.

Sie zittert trotz der Wärme.


Kerzen... verschneite Fenster.

Der Raum ist dunkel, ein Bild mit einer schrecklichen Fratze hängt an der Wand.
Eine Melodie in C-Moll lässt das Kinderherz weinen.
Es ist kalt... so leer.
Sie schaut hinaus und sieht den Schnee, in dem Wissen keine Wörter in ihn mehr schreiben zu können.
Sie geht in die Wohnstube, auch sie ist düstser und kalt. Menschen kommen und gehen ohne jegliches Ziel.
Sie setzt sich, schaut aus dem Fenster. Nachbarshäuser sind warm erleuchtet, doch es fehlt etwas.
Sie sucht, schaut wild um sich her.
Wo ist es?
Was ist es?


Die Melodie verzerrt sich zur Unhörbarkeit.

Die Leere verschlingt alles nichtgreifbares.
Nichtgreifbares, was wir brauchen.

Diese warme Stimme, wo ist sie?
Bitte geh nicht! Lass mich nicht allein! Lass mich dich noch einmal hören!


Ich sitze auf einem Bett, spüre das Gestell. Die Kälte kriecht an mir hoch, bin nicht fähig mich zu bewegen. Ich starre aus dem Fenster, erblicke eine verschneite Wiese, in der Ferne befindet sich ein Wald und ein großes Haus. Es verfällt langsam. Die Gläser zerbrochen, die Farbe blättert hinunter. Es ist erleuchtet und dennoch wirkt es kalt wie der Raum. Es riecht nach Farbe, Zigaretten. Ein kalter Geruch, der vollkommenes Unbehagen hervorruft. Um mich herum hängen Bilder an den Wänden von vor schmerzverzerrten Gestalten, unkenntlich, auf ewig leidend.  Schwarz, grau, rot, schwarz.

Es ist dunkel, nur Licht von einer entfernten Laterne fällt hinein.
Blut... sie blutete für dich. Verschwinde! Bitte... verschwinde.
Ein Schrei!
Ich stehe vor meinem jüngeren Ich und es weint.
Was hast du nur getan?

1 Kommentar:

  1. Ich weiß nicht was ich dazu sagen soll..es ist einfach..Woow..Es berührt mich extrem *__*

    AntwortenLöschen